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Hier finden Sie archivierte Fotos und Digests der Vorträge vom Jahreskongress 2009.

„Anwendungs-Virtualisierung auf dem Heidelberg Client“

Axel Junghans
Infrastrukturmanagement,
Heidelberger Druckmaschinen

mbuf„Wir müssen oft erst einmal erklären: ‚Nein, wir drucken nicht, wir stellen Druckmaschinen her.‘“ Betont locker führte Axel Junghans in ein Thema ein, das seinem Arbeitgeber – dem Weltmarktführer im Bogenoffsetdruck – viel Beachtung in der CIO-Community eingebracht hat. Es geht um den Heidelberg Client; eine auf hohem Niveau standardisierte Arbeitsplatzumgebung für die Mitarbeiter des Unternehmens.

Weltweit auf hohem Niveau homogenisiert

Zunächst stellte Herr Junghans die Heidelberger Druckmaschinen AG vor – ein Unternehmen, das wie viele andere in der Pflicht steht, seinen Mitarbeitern weltweit zeitnah und auf hohem Niveau zuverlässig funktionierende Informationstechnologie zur Verfügung zu stellen. Diese Aufgabe erfüllt der Heidelberg Client, dessen Evolution Herrn Junghans zunächst in einem Video zeigte.

Das Basiskonzept des Heidelberg Client ist ein weltweit einheitliches Image, das in über 70 Ländern zur Installation von circa 15.000 Arbeitsplatzrechnern eingesetzt wird. Dabei werden vier Kernsparten und zwölf weitere Sparten unterstützt.

Mehr als ein Image

Aber der Heidelberg Client ist weit mehr als nur ein bequemes Verfahren, Software auf den Anwenderdesktop zu bekommen. Er umfasst ein globales Lifecycle-Management mit einheitlichen Installations- und Support-Prozessen. Die hohe und zunehmende Mobilität im Unternehmen (50 % der eingesetzten Rechner sind Notebook), die sich daraus ergebenden Sicherheitsanforderungen und die Notwendigkeit der Integration in die IT-Infrastruktur mit Active Directory, Systems Management Server, Exchange, SharePoint usw. stellen weitere Anforderungen. Seit dem Jahr 2007 basiert dieses „Schweizer IT-Messer“ auf Microsoft Vista und Microsoft Office 2007.

mbufUnd selbstverständlich verspürt auch die IT-Abteilung eines Unternehmen dieser Größenordnung einen beträchtlichen Kostendruck. Es gilt, die TCO belegbar zu senken, die Softwarebereitstellung noch schneller und sicherer zu machen und gleichzeitig die Zahl der erforderlichen Werkzeuge zu reduzieren. Hier setzt die Heidelberg-IT auf weit reichende Anwendungsvirtualisierung.

Anwendungsvirtualisierung vor Ort

In einem kurzen Exkurs zum Thema Virtualisierung umriss Junghans die grundsätzlich möglichen Ansätze (Server Virtualization, Desktop Virtualization und eben Application Virtualization sowie das erforderliche Virtualization Management) und zeigte dann die konkreten Dimensionen der Anwendungsvirtualisierung bei Heidelberg auf.

Konkret werden mit dem Heidelberg Client global mehr als 180 Pakete mit standardisierter Software per Microsoft Systems Management Server (SMS) bereitgestellt. Zum Rollout der Version 3.0 des Heidelberg Client im Jahr 2007 (HCv3.0) wurden 50 % dieser Softwarepakete als virtualisierte Anwendungen bereitgestellt. Konkret wird hierzu der so genannte „AppV Cache“ im Rollout-Center mit anwenderspezifischen AppV Paketen und traditionellen Paketen „vorbetankt“. Für die AppV-Verteilung wird dann die SMS-Infrastruktur verwendet.

Von der Evaluierung zur erfolgreichen Implementierung

Nach einer vierwöchigen Evaluierungsphase mit „AppV“ im Rahmen des HCv3.0-Projekts ergaben sich die folgenden key findings:

  • Der Paketierungsprozess vereinfacht sich
  • Anwendungen können schneller bereitgestellt werden
  • Anwendungstests können reduziert werden
  • Es gibt keine Anwendungskonflikte mehr bei verschiedenen Softwarepakten
  • Die Migration zu Vista konnte deutlich vereinfacht werden
  • Die Softwaredistribution über AD-Gruppen ist einfach zu handhaben
  • Spätere Software-Updates vereinfachen sich
  • Die Stabilität bei den Anwendern erhöht sich
  • Die Zahl der Einsätze vor Ort beziehungsweise per Remote Service vermindert sich

Nach der Evaluierung konnte die „AppV“ Infrastruktur global in acht Wochen implementiert werden . Bemerkenswert ist dabei, dass die Anwender vom Einsatz der „AppV“-Technologie nichts bemerkten; auch gab es keine Störungsmeldungen in Bezug auf „AppV“. Ein weiteres wichtiges Ergebnis: die Aufwände für die Softwarepaketierung konnten um 40 % reduziert werden. Herr Junghans unterstrich, dass das „AppV streaming“ viel einfacher sei als die klassische MSI-Paketierung. Weiterhin reduzierte sich die Zeit zur Bereitstellung von Software um 50 %.

Last but not least: da jede virtualisierte Anwendung in ihrer eigenen Sandbox läuft, reduziert sich die Notwendigkeit für Qualitätskontrollen gegen andere Software.

Unterdessen bleibt die Entwicklung nicht stehen. Mittlerweile ist eine Umstellung auf „AppV 4.5“ erfolgt, und es ist damit zu rechnen, dass das Unternehmen in Zukunft bis zu 80 % seiner Anwendungen virtualisiert bereitstellen kann.

Die Zukunft ist – so scheint es – virtuell.

Ergänzende Informationen:
Jahreskongress 2009: Übersicht
Jahreskongress 2009: Fotos