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Hier finden Sie archivierte Fotos und Digests der Vorträge vom Jahreskongress 2009.

„Wirtschaftskrise = Technologiekrise?“

Marcel Schneider
Geschäftsführer, Bereich Großkunden
Microsoft Deutschland GmbH

mbufIn seiner Keynote analysierte Marcel Schneider die gegenwärtige wirtschaftliche Situation und ihre Auswirkungen auf die IT. Schwerpunkt des Vortrages war die Frage, die derzeit wohl fast jeden CIO beschäftigt: Wie kann Informationstechnologie dazu beitragen, Wege aus der Krise zu finden – und wie lassen sich Akzente für langfristige Strategien setzen?

„Konstant ist nur der Wandel“

In seinem Vortrag stellte Herr Schneider die akuten Probleme in einen größeren ökonomischen Kontext. Er erläuterte, dass aus Sicht von Microsoft die derzeitige Krise letzten Endes die Funktion eines „Resets“ haben dürfte, der zu stärkeren Regulierungsmechanismen in allen Bereichen führen wird – von der wirtschaftlichen über die ökologische bis zur Security-Dimension.

mbufAls interne Treiber des Wandels benannte er die zunehmende Komplexität, den Generationenwechsel und natürlich die raschen technologische Entwicklung. Bei den externen Faktoren kamen – neben der omnipräsenten Wirtschaftskrise – der Wandel von Geschäftsmodellen, Umweltaspekte und die Regulierungsanforderungen (Compliance) zur Sprache.

In einem für Microsoft durchaus erfreulichen Gegensatz zu den düsteren Investitionsprognosen diverser Marktforschungsunternehmen stehen Aussagen von CIOs zu ihrem für 2009 avisierten Investitionsverhalten, das vornehmlich gleich bleibende oder sogar steigende IT-Investitionen vorsieht.

Nichtsdestotrotz muss Microsoft die Anforderungen seiner Kunden in der Krise berücksichtigen, und die lauten: Kosten reduzieren, Produktivität erhöhen, Wachstum steigern.

„Abschalten“ als Lösung?

Bei der Kostenreduktion verwies Herr Schneider auf die Einsparungspotenziale verschiedener Ansätze – vom profanen „Abschalten“ einzelner Dienste bis zur intelligenten Konsolidierung.

mbufEinen Königsweg für alle um sinnvolle Optimierung bemühten CIOs zeigte er mit dem Modell „Dynamic IT“ auf. Hier entwickelt sich die Informationstechnologie vom profanen Kostenfaktor über den effizienten Kostenfaktor und den Geschäftsbereich bis zum strategischen Aktivposten. Im weiteren Verlauf seines Vortrags verwies Herr Schneider auf Möglichkeiten zur Kostensenkung durch Optimierung der Infrastruktur.

Strukturierte Geschäftsprozesse vs. unstrukturierte persönlichen Produktivität

Weiter ging es mit Überlegungen zur Erhöhung der Produktivität. Hier verwies Marcel Schneider auf die offensichtlichen Diskrepanzen zwischen den mittlerweile weitgehend automatisierten und strukturierten Geschäftsprozessen und dem Bereich der persönlichen Produktivität, in dem es nach wie vor dynamisch, spontan und unstrukturiert zugeht. Mit konkreten Beispielen aus den Bereichen Vertrieb/Marketing, Finanzen und Verwaltung legte er dar, wie Informationstechnologie zur Steigerung der Produktivität in renommierten deutschen und internationalen Unternehmen beitragen konnte.

Fatale Fehleinschätzung: IT als reiner Kostenfaktor

Im Bereich „Leistungssteigerung“ zeigte Herr Schneider ein Problem auf, das den meisten IT-Verantwortlichen bekannt sein dürfte: In praktisch allen relevanten Bereichen unternehmerischer Aktivität (Senkung von Betriebskosten, Erhöhung der Produktivität) wird der Informationstechnologie eine weit geringere Bedeutung beigemessen als der jeweiligen Aufgabe. Die Diskussion wird dominiert von der Frage nach den Kosten, nicht nach dem Nutzen der IT. Ein so offenkundiger Misstand macht das Leben des CIOs natürlich nicht einfacher.

Herr Schneider unterstrich das Potential der Informationstechnologie, die Produktivität zu steigern, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit sowohl unternehmensintern als auch mit Partnern optimal zu gestalten, Technologieführeschaft zu erringen und zu erhalten und schließlich die Beziehungen zu Kunden optimal zu managen.

mbufAllerdings bestätigten auch die anwesenden CIOs in der anschließenden Diskussion die hier immer wieder thematisierte Problematik:
Informationstechnologie ist gerade für wenig technologie-affine CEOs in erster Linie Kostenfaktor, mithin Teil des Problems und nicht der Lösung. Man einigte sich darauf, dass nicht zuletzt eine völlig andere Sprache die einerseits betriebswirtschaftlich, andererseits technisch geprägten Gesprächspartner im Unternehmen daran hindert, zu pragmatischen Lösungen zu finden. Eine „eierlegende Wollmilchsau“, die BWler und ITler gleichermaßen versteht und die Interessen in verständlicher Form zu vermitteln vermag, bleibt leider die Ausnahme. Verbesserungen sind mithin nur in kleinen Schritten möglich.

IT muss konsequent Geschäftsprozesse abbilden

Lösungen – so das Fazit – sind nur möglich, wenn die Business-IT konsequent Geschäftsprozesse abbildet und die Menschen in den Unternehmen befähigt, ihren Job besser zu erledigen.

 

Ergänzende Informationen:
Jahreskongress 2009: Übersicht
Jahreskongress 2009: Fotos