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Hier finden Sie archivierte Fotos und Digests der Vorträge vom Jahreskongress 2009.
„Lizenzmanagement – von der Theorie in die Wirklichkeit“
Mirko Oesterhaus
update4u Software AG
Einen weiteren Vortrag zum komplexen Thema Lizenzmanagement hielt Mirko Oesterhaus von der update4u Software AG. Gemeinsam mit dem auf Seiten des Kunden (der Carl Zeiss AG) für das Projekt verantwortlichen Thomas Prim zeigte er anschaulich, wie komplex allein schon die Analyse des Lizenzbedarfs in einem Großunternehmen sein kann.
Im konkreten Fall galt es, gut 4.500 erfasste Produkte von etwa 2.300 Herstellern auf den 8.000 bei der Carl Zeiss AG verwalteten Clients zu berücksichtigen. Darüber hinaus müssen mehr als 110 Organisationseinheiten und 770 Kostenstellen abgebildet werden.
Natürlich geht es – im Sinne eines „ganzheitlichen“ Lizenzmanagements – schlussendlich darum, in der Lizenzbilanz die vorhandenen Lizenzen in Übereinstimmung mit dem Lizenzbedarf zu bringen – und das nicht nur als „Schnappschuss“, sondern im Kontext eines dynamischen Unternehmens.
Mit dem Fingerprint in die Matrix
Als Werkzeug für diese gelinde gesagt anspruchsvolle Aufgabe kam der (wohl nicht von ungefähr nach zwei Klassikern der Science-Fiction benannte) Matrix42 License Manager von update4u zum Einsatz.
Herr Oesterhaus stellte anschaulich den Prozess dar, der mit dem „Fingerprint“ (dem Scan der installierten Software) beginnt. Hier entpuppt sich zum Beispiel ein so profanes Produkt wie Adobe Acrobat in all seinen Sprachvarianten und Versionen als vielköpfige Medusa, die es im Rahmen der Inventarisierung abzubilden gilt. Das matrix42 License Intelligence Pack ermittelt dann aus den erfassten Fingerprints automatisch den Lizenzbedarf. Irrelevante Produkte (zum Beispiel Service Packs, Freeware und Patches) werden ignoriert und die verbleibenden Anwendungen konsolidiert.
Lizenz vorhanden – Lizenz gültig?
Der Erfassung der vorhandenen Software steht natürlich die Erfassung der Lizenzen entgegen. Wo sie bekannt ist, kann dabei zur Klärung des vertraglichen Rahmens die vom Softwarehersteller vergebene Stock Keeping Unit (SKU) herangezogen werden. Sie hilft dabei, die im Rahmen des Audits letzten Endes relevanten Fragen eindeutig zu klären: Wurde eine Lizenz für eine Software gekauft – und ist diese Lizenz gültig? Da der Softwarebestand eines Unternehmens selbstverständlich nicht statisch ist (neben der Lizenzvergabe muss natürlich auch die Lizenzrückgabe z.B. bei Deinstallationen und Vertragsende berücksichtigt werden), ist eine Kopplung der Lizenzthematik an das Asset Management geboten.
Die Notwendigkeit eines professionellen und kontinuierlichen Linzenzmanagements belegte Mirko Oesterhaus eindrücklich mit konkreten Zahlen zum potenziellen Lizenz-Flohzirkus in einem modernen Unternehmen: Hier sind im Kontext der Carl Zeiss AG mehr als 23.000 verschiedene kaufmännische Produkte zu berücksichtigen, für die sich mehr als 250.000 Lizenzierungsmöglichkeiten ergeben.
Als Praxisbeispiel wurde die Konsolidierung für kaufmännische Suiten demonstriert.
Zusammenfassung
Zusammenfassend lässt sich über das Thema Lizenzmanagement – wenn es im Unternehmen systematisch erfolgt und professionell begleitet wird – sagen:
- Traditionelles Lizenzmanagement schafft die erforderliche Rechtssicherheit. Einsparungen ergeben sich hier durch Einmaleffekte.
- Kontinuierliche Einsparungen erfordern ein integriertes Lizenzmanagement, das alle Prozesse der Softwareversorgung im Unternehmen umfasst.
- Ganzheitlich wird das Lizenzmanagement erst mit der nahtlosen Integration in andere essenzielle Unternehmensprozesse (Kostenverrechnung, Genehmigungs- und Freigabeprozesse).