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Hier finden Sie archivierte Fotos und Digests der Vorträge vom Jahreskongress 2009.
„Die Microsoft Strategie zu Software plus Service“
Carsten Scheumann
Global Technology Advisor
Microsoft Deutschland GmbH
Hype oder Paradigmenwechsel? Trendthemen wie Cloud Computing, Rich Internet Applications und Software as a Service (SaaS) lassen eine Neuorientierung der klassischen IT geboten scheinen. Carsten Scheumann (dem Auditorium von Thomas Hemmerling-Böhmer als „einer der wahrscheinlich fähigsten Mitarbeiter von Microsoft Deutschland“ vorgestellt) gab einen Überblick, der nicht nur die Microsoft-Perspektive, sondern auch die Anforderungen und Wünsche von Businesskunden berücksichtigte.
Leitthemen waren hier die Geschäftsstrategien, die Anforderungen für IT-Entscheidungen, die Software+Services-Strategie sowie die konkreten Produkt- und Serviceangebote von Microsoft.
IT als Produktionsfaktor oder Klotz am Bein?
Ausgehend von dem Spannungsfeld, das im Rahmen des Kongresses immer wieder thematisiert worden war (IT einerseits als wettbewerbsrelevanter Produktionsfaktor und Chance zur Diversifizierung, andererseits unter der Überschrift „Does IT matter?“ gerne kritisiert oder gar ignoriert) beschäftigte sich zunächst mit den Innovationsvorteilen für first und second mover und der sich daraus ergebenden Notwendigkeit strategischer IT-Investments.
Aus dieser Perspektive bietet eine zunehmende Serviceorientierung und der Schritt zum Cloud Computing Unternehmen nun die Möglichkeit, durch frühzeitige Differenzierung einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.
Carsten Scheumann verwies auch auf bestehende Unsicherheiten in Hinblick auf die Nutzung von Cloud Computing – die durchaus auch bei Großkunden vorhanden sind.
Kostensenkung mit Verstand
Wo es um konkreten Nöte in Krisenzeiten geht, ist eine der ersten Forderungen an die IT natürlich eine Kostensenkung – dies aber eben möglichst ohne eine Verminderung der Servicequalität. „Kosten senken“, so Scheumann, „ist einfach: Schalten Sie alle PCs ab und stellen Sie Schreibmaschinen hin; schon sind die IT-Kosten weg.“
Eine zukunftsorientierte IT hingegen darf weder die Geschäftsfähigkeit riskieren noch Innovationspotenziale verschenken. So ist es durchaus möglich und sinnvoll, im Sinne eines Service-Outsourcings die eher „profanen“ IT-Leistungen außer Haus realisieren zu lassen („Ich muss nicht wissen, wie ein Exchange Server funktioniert“).
Relevante Trends und Technologien, die dem Anspruch einer on demand verfügbaren IT genügen sollen, sind Service Oriented Architecture (SOA), Rich Internet Applications (RIA), Software as a Service (SaaS) und eben Cloud Computing.
IT wie Strom aus der Steckdose
In diesem Kontext erläuterte Carsten Scheumann, warum Microsoft auf Software plus Service setzt: Dort, wo IT wie Strom aus der Steckdose sofort verfügbar sein soll, wenn zum Beispiel neue Mitarbeiter eingestellt werden, ist es sinnvoll, die entsprechenden Software als Dienst bereitzustellen wenn und wo sie gebraucht wird. In diesem Sinne kann es auch nicht um Software oder Service gehen, sondern um eine sinnvolle Synthese beziehungsweise Balance. Der Kunde behält die Freiheit, die für sein Unternehmen sinnvolle Mischung herzustellen.
Im unmittelbaren Gegensatz steht die klassische Softwarewelt hier für Individualität, Flexibilität, Verfügbarkeit und Kontrolle;die Serviceperspektive für Kollaboration, Erreichbarkeit, Skalierbarkeit und Transparenz.
Ausgehend von den klassischen Segmenten des Softwaremarktes benannte Scheumann die neben Microsoft relevanten Player in den Disziplinen Desktop Software (zum Beispiel Apple, Adobe), Enterprise Software (SAP, Lotus Notes), Consumer Web (eBay, Yahoo!) und schließlich „Pure-Play“ SaaS (Salesforce, Zoho).
Zur „Unified User Experience“
In dieser ohnehin komplexen IT-Welt vergrößert sich nun auch die Zahl der gewünschten und erforderlichen Endgeräte; vom klassischen Desktop beziehungsweise Notebook, dem PDA und Netbook bis zum Telefon. Hier ist eine Plattform gefordert, die alle Endgeräte unterstützt („One User Experience“).
Nach einem Exkurs über den derzeit noch im Consumerbereich positionierten Service Live Mesh fuhr Scheumann fort mit dem Thema Office Web Applications („Zusammenarbeit in Echtzeit auf jedem Gerät, online/offline-Zugriffe auf Daten und höchster Bedienkomfort mit voller Funktionalität.“)
Die Vorteile, die sich hier ergeben, können Unternehmen, die dem Thema Cloud Computing noch zögerlich gegenüber stehen, beispielsweise zunächst einmal für Partnerunternehmen realisieren, die im Haus arbeiten und Office-Funktionalität zur Verfügung gestellt bekommen sollen.
Vom Client schlug Scheumann den Bogen zu Entwicklungsumgebungen. Hier verwies er auf das konsistente Programmiermodell, das es Entwicklern im .NET-Kontext erlauben soll, für alle plattformen – und eben auch Cloud-Anwendungen – dieselben Tools einzusetzen.
Schließlich konkretisierte er das „Big Picture“ der Produkte und Dienstleistungen, die Microsoft derzeit unter dem Oberbegriff „Azure“ entwickelt – vom Fundament der „Essential Services“ (Windows Azure) über die „Building Block Services“ (.NET Services, SharePoint Services etc.) bis zu den „Finished and Attached Services“ (die „Live“ und „Online“ Services sowie Partnerlösungen)
IT Services in der Cloud
Als Pendant zur klassischen Software bietet Microsoft Businesskunden hier Services wie Office LiveMeeting, Microsoft Dynamics CRM Online, OfficeSharePoint Online, Microsoft Exchange Online und Office Communications Online an.
Als Business Productivity Online Suite in den beiden Ausbaustufen „Standard“ und „Dedicated“ (ab 5.000 Anwender) können Unternehmen sich hier für eine ihren aktuellen Anforderungen entsprechende Ausbaustufe entscheiden. Microsoft stellt dazu eine Server-Infrastruktur bereit, die mit den Ansprüchen des Kunden wachsen kann.
Der Microsoft-USP dabei laut Carsten Scheumann: „Commodity“ – Die Services stehen wie Strom aus der Steckdose dort und genau dann bereit, wo und wann sie gebraucht werden.
Azure
Anschließend stellte er die Komponenten der „Azure Services Platform“ vor: LiveServices, .NET Services, Microsoft SQL Services, SharePoint Services und Dynamics CRM Services.
Hier – so Scheumann – geht es nicht nur um profanes Kostensparen durch „IT aus der Dose“, sondern substanziell neue Möglichkeiten, da die auf diesen Services basierenden Angebote – eben via Cloud Computing – weltweit in verlässlicher Qualität verfügbar sind, ohne dass der Kunde hierfür eine eigene Plattform aufbauen müsste. Die Skalierbarkeit ist damit grundsätzlich „eingebaut“.
Resümee für jeden, der sich den Cloud Gospel zumindest anzuhören bereit ist: Microsoft bietet Unternehmen, die sich nicht gleich Hals über Kopf in das Abenteuer Cloud Computing stürzen wollen, die Möglichkeit, auf dem Königsweg Software plus Service das beste beider Welten zu vereinen.
Ob die vor Ort vertretenen mbuf-Mitglieder tatsächlich in naher Zukunft die sich hier bietenden Möglichkeiten enthusiastisch annehmen werden, bleibt abzuwarten – das Versprechen einer weltweit wie Strom aus der Steckdose verfügbaren Service-Architektur ist zumindest verführerisch.