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Der frühe Vogel kennt den Wurm –
Windows 7 TAP bei KARL STORZ

20.4.2010 – 11:00 bis 11:45 Uhr – Raum Brighton
Sprecher: Arved Schierding / Karl Storz GmbH & Co. KG (mbuf-Mitglied)

Das frühe „Beschnuppern“ einer neuen Technologie im Rahmen des Microsoft Technology Adoption Program (TAP) ist – wie mbuf-Vorstandssprecher Thomas Hemmerling-Böhmer ausführte – üblicherweise Großunternehmen vorbehalten. Das Microsoft Business User Forum jedoch ermöglichte es auch seinen mittelständischen Mitgliedern, an diesem Programm teilzunehmen. Wie die KARL STORZ GmbH & Co. KG als mbuf-Mitglied nutzte, stellte Arved Schierding in seinem Vortrag dar.

Zunächst stellte Herr Schierding das Unternehmen Karl Storz und seine Leistungen und Produkte im Bereich der Endoskopie und minimalinvasiven Chirurgie vor.

Herr Schierding stellte die Ausgangssituation vor. Auf der Grundlage einer heterogenen Client-Umgebung (von Windows NT und 2000 bis XP, teilweise auch ältere Hardware) war das erklärte Ziel, zunächst 17% der Rechnerbasis am Hauptssitz des Unternehmens auf die zur Verfügung stehende RTM-Version von Windows 7 umzustellen.

Um den Zeitaufwand für das Projekt zu reduzieren, wurde bereits früh entschieden, kein weitreichendes, zeitraubendes Customizing des neue Betriebssystems zu betreiben, sondern soweit wie möglich die von Microsoft vorgegebenen Defaults beizubehalten.

(Besser) Leben mit Defaults

Für die Softwareverteilung setzte Karl Storz auf den Microsoft System Center Configuration Center 2007, als Officepaket wurde Microsoft Office 2003 spezifiziert, und natürlich war auch SAP zu berücksichtigen. Herr Schierding verwies darauf, dass die User Experience sich nicht primär am Betriebssystem selber festmacht („Dem Anwender ist das Betriebssystem herzlich egal“), sondern die Verfügbarkeit vertrauter Anwendungen hier eine größere Rolle spielt. Insofern konnte auch auf umfangreiche Schulungen verzichtet werden.

Auch auf ein weitreichendes Customizing der gut 3800 Group Policy Einstellungen wurde im Sinne eines „pragmatischen“ Rollouts verzichtet („Microsoft hat sich bei den Defaults schon etwas gedacht“) – eine Entscheidung, die sich laut Aussage von Herr Schierding bewährt hat.

 [ Foto: mbuf Jahreskongress 2010 ] Da sich das Projekt zunächst auf 200 „einfache“ Clients beschränkte, bei denen nur das RAM auf die Mindestanforderungen aufgerüstet werden musste, war dieser erste Rollout auf der Basis eines (in zwei Wochen erstellten) Golden Image nach einer Woche abgeschlossen („was wir natürlich bei Beta- und RTM-Versionen nicht erwartet haben“). Arved Schierding verwies darauf, dass Windows 7 out of the box viele „Tools und Helferlein“ mitbringt, die kostenpflichtige und möglicherweise fehleranfällige Drittprodukte unnötig machen. Auch die Hardwareunterstützung war aufgrund eines umfangreichen Treiberpakets „ab Werk“ erfreulich.

Das (vorläufige) Fazit zum Windows 7 Deployment bei Karl Storz und die Benutzerrückmeldungen fiel dementsprechend erfreulich aus. Herr Schierding konnte berichten, dass das neue Betriebssystem auf Rechnern mit 1 GB RAM auch nach Anwenderaussage stabiler und schneller als der Vor-Vorgänger XP arbeitet und nahezu die gesamte unternehmensrelevante Software unter Windows 7 problemlos läuft. Eines der größten Probleme, so konnte er schmunzelnd mitteilen, bestand darin, dass nach dem ersten, erfolgreichen Test-Rollout sehr schnell viele weitere Anwender in den Genuss des neuen Betriebssystems kommen wollten.

„Wo ist nun der Wurm?“

Bei der Frage „Wo ist nun der Wurm?“ nannte Arved Schierding die problematische Situation bei Antivirus-Produkten, das Deployment und die Paketierung von Anwendungen, da klassische Paketierungstools im Rahmen dieses Projekts unter Windows 7 noch nicht zur Verfügung standen. Auch bei Druckertreibern gab es Probleme.

Herr Schierding schloss mit einem Ausblick auf den weiteren Rollout bis September 2010 und das Thema Office 2010; hier wird zur Vorbereitung der Office Migration Planning Manager von Microsoft eingesetzt.

Das Schlussfazit: Das Projekt konnte mit vergleichsweise bescheidenen Ressourcen in kurzer Zeit und praktisch ohne externe Beratung erfolgreich abgeschlossen werden – „Ja, wir würden es wieder machen.“

Ein neues Betriebssystem vor der offiziellen Markteinführung nicht nur zu testen, sondern auch produktiv in einem Industrieunternehmen einzusetzen, erfordert Mut, Flexibilität und Disziplin. Diesen Weg ist die KARL STORZ GmbH & Co. KG gegangen. Als einziges mittelständisches Unternehmen hatte KARL STORZ die Gelegenheit, am Windows 7 TAP Local Evidence Program teilzunehmen. Innerhalb von vier Wochen wurde ein neuer Corporate Client gebaut, getestet und ins produktive Umfeld ausgerollt. Das sicherlich nicht alltägliches Vorgehen, die grundlegende Strategie sowie die Erfahrungen, die zum raschen Erfolg dieses Projekts führten, standen im Mittelpunkt dieses Beitrags von Arved Schierding.

Arved Schierding

[ Foto: Arved Schierding ]Arved Schierding studierte an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Von 1998 bis 2002 arbeitete er als IT-Trainer und Berater. Von 2002 bis 2008 war er Senior Consultant bei der Computacenter AG & Co OHG. Seit 2008 ist er Enterprise IT Architect und Abteilungsleiter zentrale Infrastrukturdienste bzw. Head of Central Infrastructure Services bei der KARL STORZ GmbH & Co. KG.

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Ergänzende Informationen:
Jahreskongress 2010: Übersicht
Jahreskongress 2010: Agenda
Jahreskongress 2010: Fotos