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Hier finden Sie archivierte Fotos und Digests der Vorträge vom Jahreskongress 2010.
Virtualisierung einmal anders –
Nachhaltiger Unternehmenserfolg mit Windows 7 und Office 2010
19.4.2010 – 15:30 bis 16:15 Uhr – Raum Brighton
Sprecher: Stefan Truthän /
hhpberlin Ingenieure für Brandschutz GmbH (mbuf-Mitglied)
Virtualisierung steht wie kaum ein anderer Begriff für Rationalisierung und Kostensenkung in der Informationstechnologie. Aber was hat man sich unter einem virtualisierten Arbeitsplatz vorzustellen? In technischer Hinsicht gibt es da mehr als eine Interpretationsmöglichkeit.
Stefan Truthän, Mitglied der Geschäftsführung bei hhpberlin, näherte sich dem komplexen Thema in seinem Vortrag aus ungewohnter Perspektive. Er tat dies mit derselben Eloquenz und unkonventionellen Begeisterung, die schon seinen Vortrag beim Jahreskongress 2009 des Microsoft Business User Forums zu einem Höhepunkt der Veranstaltung gemacht hatte.
Zunächst stellte Stefan Truthän das kleine, aber im wissensintensiven Bereich Brandschutz durchaus prominente Unternehmen hhp vor, bei dem Informationstechnologie nicht auf den Kostenfaktor reduziert, sondern konsequent als Werkzeug betrachtet und eingesetzt wird. Da das Unternehmen von vier Standorten aus eine große Zahl von Bauprojekten (bis zu 1000 im Jahr) betreut, ist es unabdingbar, dass die Mitarbeiter kurzfristig erreichbar sind und kontinuierlich Zugriff auf alle relevanten Informationen haben. In diesem Sinne setzt das Unternehmen auf konsequentes „Empowerment“ (Truthän: „Ich bin ein Kämpfer für das Betriebsmittel IT“).
Kommunikation kein „Extra“, sondern Kern der Arbeit
Dabei geht es nicht nur um den steigenden Bedarf an qualifiziertem Personal, sondern auch den steigenden Anteil von Kommunikation am täglichen Arbeiten und dem Anspruch der Kunden, möglichst schnell möglichst fundierte Antworten zu erhalten. Stefan Truthän plädiert dafür, zur Erfüllung der Ansprüche der Kunden, aber auch einer guten „Work/Life Balance“ den Mitarbeitern hochwertige Werkzeuge und eine skalierende Plattform für ihre Arbeit zur Verfügung zu stellen. Ziel ist, dass Mitarbeiter zu beliebiger Zeit an beliebigen Orten produktiv arbeiten können.
In Hinblick auf die geforderte Mobilität erteilte Truthän dem traditionellen Standortbegriff eine Absage („Keine Regionalfürsten, die über die Farbe des Klopapiers entscheiden“): Alle Mitarbeiter sollen kurzfristig die nötigen Informationen erhalten können, um überall Projekte zu realisieren. IT kann hier eine zentrale Rolle spielen.
Die Hardwareplattform für diese Arbeit ist ein, so darf man wohl sagen, liebevoll zusammengestelltes Hardware-Paket, bei dem die Mitarbeiter hochwertige Tablet PCs in angepassten Taschen, mit allen erforderlichen Adaptern zur Verfügung gestellt bekommen; ebenso wie Flatrates für Telefonie, Datenübertragung per UMTS usw. Eine nahtlose Kommunikation und Verbindungsweitergabe zwischen Smartphones und Festnetz-Standorten erleichtert es Mitarbeitern und Kunden, standortunabhängig in Kontakt zu bleiben. Da aber auch dieser mobile Arbeitsplatz quasi nur noch ein „reisender Cache“ ist, kann er bei Beschädigung oder Verlust leicht ersetzt werden.
Unified Communication in aller Konsequenz
Im weiteren Verlauf des Vortrags erläuterte Stefan Truthän die Evolution der Unified Communication (UC) bei hhp auf der Grundlage der Grundlage des Microsoft Office Communication Server und SIP. Resultat: „Es spielt keine Rolle mehr, wo die Mitarbeiter sind, es geht nur darum, ob sie online oder offline sind.“ Auch haben Instant Messaging und A/V-Konferenzen vor diesem Hintergrund E-Mail als klassisches Kommunikationsmittel bei hhp nahezu abgelöst. Da die Sofortnachrichten historisiert dargestellt und mit anderen Kommunikationskanälen abgeglichen werden können, bilden sie den Verlauf eines Projekts zeitnah ab. Schließlich ist auch die Büroorganisation standortunabhängig virtualisiert – der auf diese Weise gebildete Informationspool gewährleistet, dass Kunden schnell Auskünfte über die Verfügbarkeit und den Status von Mitarbeitern erhalten. Eine noch konsequenteres Herangehen an das Thema UC, deutete Stefan Truthän an, hat eher mit mangelnder Akzeptanz als Technologie zu tun. Gleichwohl gab er einen Ausblick auf die zu erwartenden Features für den Communicator 14 und die sich ergebenden Integrationsmöglichkeiten.
Als nächsten Pfeil im Köcher der Microsoft-Werkzeuge lobte Stefan Truthän OneNote („Das wichtigste Werkzeug! OneNote, Outlook, und dann lange nichts – wer braucht noch Word?“) Er verwies auf die Notwendigkeit, in Teams Meetings und den Projektfortgang zu dokumentieren; eine Aufgabe, die gerade durch OneNote 2010 dramatisch erleichtert wird. Ziel ist es auch hier, Datensilos und Redundanz („Wer überträgt schon zu Hause Notizen aus Meetings?“) zu vermeiden und eine effektive Zusammenarbeit zu unterstützen.
Anschließend stellte Stefan Truthän die Entwicklung von einer klassischen, dateibasierten Struktur hin zu einer SharePoint-basierten Arbeitsumgebung („SharePoint ist der Klebstoff, der alles zusammenhält“) auf der Grundlage eines vollvirtualisierten SQL-Clusters dar – ein Thema, das am nächsten Tag des Jahreskongresses der Technologiepartner Redmond Integrators noch vertiefen sollte. Was das Frontend angeht, plädierte Truthän für den ‚Schritt in die Moderne‘: „Sie müssen die Leute an die Ribbon Bar gewöhnen; sonst brauchen Sie nichts anderes einzuführen!“
Abschließend verwies er darauf, dass Microsoft inzwischen einen beträchtlichen Teil seiner Ressourcen für die Entwicklung cloud-basierter Dienste in direkter Konkurrenz zu Amazon und Google entwickelt – und auch innovative Microsoft-Partner in Zukunft hier „andocken“ müssen.
Stefan Truthän
Dipl.-Inf. BW (VWA) Stefan Truthän ist seit Januar 2002 bei hhpberlin, seit 2008 vertritt er hhpberlin als einer der geschäftsführenden Gesellschafter. Zur Kernaufgabe des studierten Wirtschaftsinformatikers gehört die operative und strategische Weiterentwicklung des Unternehmens. Zusätzlich zu den Tätigkeiten als kaufmännischer Leiter engagiert sich Herr Truthän stark für den effizienteren Einsatz von Informationstechnologie bei hhpberlin.
Herr Truthän engagiert sich in unterschiedlichen Gremien – unter anderem als Arbeitsgruppenleiter der Gruppe „Workplace“ im Microsoft Business User Forum (mbuf) – zu verschiedenen IT-Themen. Zudem ist er aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshain.